Start U20 (A1) weibl. A-Jugendspieltag 26.04.15

A-Jugendspieltag 26.04.15

TuS Hattingen – BW Annen II 2:0 und TuS Hattingen – TB Höntrop II 2:1 

Du gingst, ich stund und sah zur Erden
Und sah dir nach mit nassem Blick.
Und doch, welch Glück, geliebt zu werden,
Und lieben, Götter, welch ein Glück!“

Die erste Frau, die mich verlassen hat, war meine Mutter. Ich war vier, und der angeblich so tolle Erlebnis-Kindergarten, wo man zwischen richtigen Autos spielen durfte, entpuppte sich schnell als die Autobahnraststätte Kassel-Ost. In den nächsten Jahren lernte ich viele nette Leute kennen. Sie kamen von links, machten kurz Rast, fuhren nach rechts. Die meisten wollten zwar lieber ihre Leberwurstbrote und den Kaffee aus der Thermoskanne verzehren als mit mir Ball zu spielen, aber die einen oder anderen konnte ich doch kurzzeitig dazu motivieren. Früher oder später hieß es aber: „Tschüss, Junge, wir müssen weiter, wir haben eine Ferienwohnung im Spessart.“ Willkommen und Abschied - prägten meine Kindheit und Jugend an der A7, gleichwohl weniger romantisch als im gleichnamigen Goethe-Gedicht.

Willkommen und Abschied – so könnte man auch den Job als A-Jugend-Trainer umschreiben. Gerade noch standen die Spielerinnen das erste Mal in der Halle, umschlossen mit ihren kleinen, ungeschickten Händen den für sie viel zu großen Volleyball und wenig später schon haben sie das Reifezeugnis in der Tasche und brausen mit ihrem niegelnagelneuen Sportwagen zum Medizinstudium nach Cambridge. „Salut, Steffen“, rufen sie ohne sich umzudrehen oder ihre modischen Sonnenbrillen abzunehmen. „Stefan“ korrigiere ich leise in meinem Kopf.

Unter diesen Vorzeichen steckt in jedem Ballwechsel auch ein kleines Stück Melancholie. Ich finde den Satz so schön, dass ich ihn nochmal wiederhole. Unter diesen Vorzeichen steckt in jedem Ballwechsel auch ein kleines Stück Melancholie. 

Besondere melancholisch stimmte dann im Übrigen der Beginn des Spiels gegen BW Annen II 0:8-Rückstand und entsetzte Gesichter bei den zahlreichen Zuschauern. Doch sehr positiv: Zu keiner Zeit kam Unruhe oder Frust auf. Sehr diszipliniert wurde Punkt für Punkt aufgeholt, eher der Satz mit 25:21 noch gewonnen wurde. Der 2. Satz war mit 25:23 sogar noch etwas knapper. Auch im Spiel gegen den TB Höntrop II machten wir es unnötig spannend, da nach ungefährdetem 1. Durchgang (25:17) auch der 2. Satz bei einer 18:13-Führung schon irgendwie gewonnen schien, ehe der Faden völlig riss und wir noch in den Tie-Break mussten. Dieser lohnte sich dann aber insofern, da es noch ein paar schöne Angriffe zu sehen gab. Am Ende zitterten wir uns zu einem knappen 15:13-Sieg, weil v.a. Sarah keine Nerven kannte und wichtige Punkte mit Angriffen aus dem Hinterfeld erzielte. Überhaupt ein großes Lob an Sarah, die heute die auffälligste Spielerin war.

Am Ende bleibt dann noch der Abschied: Aus der Jugend entwachsen Jessica, Lisa Mai und Mareike Zwilling, aber vermutlich wird zudem die eine oder andere Spielerin wegen Studium oder Auslandaufenthalt wegziehen.

Du gingst, ich stund und sah zur Erden
Und sah dir nach mit nassem Blick.
Und doch, welch Glück, trainiert zu werden,
Und euch trainieren, welch ein Glück!“ ;-)

Es spielten: Hannah Müller, Rahel Kellich, Svea Mai (Zuspiel), Lisa Mai, Lisa Sponagel, Franziska Tormöhlen (Mitte), Luisa Tews, Jessica Majorov, Mareike Sauerwein, Sarah Quirbach (Außen)

 

 

 

 

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 27. April 2015 um 23:00 Uhr  
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