Start 1. Herren Neues Feature: Spielbericht als Fortsetzungsroman
Kontinuität und Verlässlichkeit, Kundenbindung und Leserorientierung, Aktualität und Nachhaltigkeit, Anlage und Wertschöpfung - alles Ziele, die uns als Volleyballer besonders am Herzen liegen. Und daher werden wir fortan auch die Spielberichte der Herren nicht mehr lieblos an einem Stück herunterleihern, sondern spannungsorientiert mit Cliffhanger, Wendepunkten und liebervoller Charakterdarstellung als Fortsetzungsgeschichte zum Mitfiebern jeden Tag ein Stück weiterschreiben.
 
DJK Eintracht Datteln - TuS Hattingen 3:1
      
Auch ohne Sergej und Dennis rückten wir mit stolzgeschwellten Bäuchen in die Dattelner Halle ein. Immerhin hatten wir doch das letzte Aufeinandertreffen nach hartem Kampf mit 3:2 gewonnen und anschließend ein besonders lautes Ständchen unter der Dusche geschmettert. Auch für das heutige Spiel hatten wir eine perfide Taktik im Gepäck: Martin unserer Libero wurde auf der Diagonalposition eingesetzt, Junior rückte dafür nach Außen. Logische Konsequenz: Schweißperlen auf der Stirn des gegnerischen Trainers und Schweißperlen auf der Stirn von Axel, der damit durch die Mitte gehen musste.
  
Unsere Taktik ging auf. Bis zum 5:5 stand es unentschieden, da der Gastgeber mangels Anspielstation im andersfarbigen Trikot nahezu jeden Aufschlag versemmelt. In diesen ersten fünf Minuten wogte das Spiel hin und her: ausgeklügelte Kombinationen mündeten in knallharten Angriffschlägen, die auf ausgefuchste Block-Feldabwehrtaktiken prallten. Doch schon bald sollte sich das dominatere Spiel des Tabellenführers durchsetzen. Hilflos wie ein Unterstufenschüler, dem auf dem Schulhof von den großen Jungs die Schuhe geklaut werden, mussten wir die Angriffschläge der Gastgeber über uns ergehen lassen. Auf leisen Sohlen schlichen wir gesenkten Hauptes (aber wenigstens mit Schuhen) nach einem 15:25 zur Satzpause in die Hallenecke .
...
Nachdem die Satzpause ausgiebig für Schuldzuweisung genutzt worden war, galt es im 2. Satz nochmal eine Schüppe draufzulegen. Wieder starten wir wie die Feuerwehr: Martin schlägt den gegnerischen Block an, Axel fischt einen Dattelner Angriff runter. Doch der Spitzenreiter zeigt sich trotz der zu diesem Zeitpunkt nur knappen Führung von 5:2-Punkten unbeeindruckt. Das Dattelner Spiel basiert auf einem sehr guten Libero und besticht auch in Block/Feldabwehr mit einer perfekten Organisation und Feldaufteilung. Alleine Marios Schnellangriffe werden in diesem 2. Satz vier oder fünf mal heruntergefischt. Bei einem gefühltem 4:44 bringen wir endlich mal wieder einen Ball im gegnerischen Feld unter. Das gegnerischen Publikum peitscht uns im Folgenden zu einer wahren Glanzleistung. Beim 11:25 deutet sich zwar ein Klassenunterschied an, dennoch werden wir in den 3. Satz versetzt. Puh, Glück gehabt.
  
Akribische Analysen in der Satzpause. "Der gegnerische Block weiß immer schon was wir machen", heißt es hier; "Ich hab immer einen Doppelblock gegen mich", klagt man dort. Für Außenstehende mag dies wie eine versteckte Kritik an dem Zuspieler klingen. Doch nicht in dieser Mannschaft, in der der Zuspieler das bedingungslose Vertrauen aller genießt. Doch wenn es nicht am Zuspieler liegt, woran liegt es dann? Allen ist klar, wir haben einen Spion in der Mannschaft. Doch wer war es? Sofort fällt der Blick auf den Osteuropäer. Hatte er nicht auf der Hinfahrt verraten, dass er in der Schule sogar Englisch gelernt hat, also quasi von Kind an auf Einsätze im Feindeland vorbereitet wurde? Wir wägen ab. Die ersten Spiele, der vermeintlich hilfsbereite Eindruck in den letzten Monaten. Doch wir kommen zu keinem Ergebnis.
 
Fakt ist: Im nächsten Satz misstraut jeder dem anderen. Eine gegenseitige Abneigung, die uns schon immer stark gemacht hat. Immer ebmüht, weniger Fehler zu machen als der Mitspieler, damit man diesem später Vorwürfe machen kann, läuft plötzlich alles wie am Schnürchen mit 25:0 gewinnen wir den 3. Satz. Okay, etwas knapper war es dann schon. Doch die Mannschaft hat sich in diesem Satz zusammengerissen und sich mit 25:22 gegen den Tabellenführer behauptet. Auf der Zielgerade stand es 20:20, dann servierte Axel gefährlich und Junior übernahm über Außen Verantwortung für die wichtigen Punkte. Zwischendurch flog Matze wie Sailormoon Innocent durchs halbe bis ganze Feld.
 
Bevor es in die Berichterstattung des 4. Satzes geht, soll die aufgestaute Aufmerksamkeit auf einen Spieler gerichtet werden, der seit einigen Wochen bei uns mittrainiert und früher oder später noch für Furore sorgen wird: Michael Mrosek. Michael ist das, was man ein Universalgenie auf dem Feld nennen kann. In seiner Freizeit verkauft er Atome. Doch genug von Leuten, die nicht da waren und dennoch unbedingt in diesem Spielbericht erwähnt werden wollten.
 
Nochmals beschworen wir den Geist der letzten Saison, als es uns auszeichnete, dass wir solche Spiele ein uns andere Mal noch im Tie-Break für uns entschieden hatten. Bis zur Mitte des 4. Satzes war es ein völlig offenes Spiel. Wir standen in Block und Feldabwehr deutlich besser und die Annahme hatte sich im Laufe des letzten Satzes stabilisiert. Selbst der Gastgeber schien zu spüren, dass der schon fast sicher geglaubte Sieg plötzlich wieder in Gefahr geriet. Dann gab es Mitte des Satzes hüben wie drüben ein paar unverständliche Entscheidungen des Schiedsgerichts, die bei beiden Mannschaften für Aufregung sorgten. Fairerweise müssen wir zugeben, dass beide Teams gleichermaßen betroffen waren. Datteln bewies aber in dieser Situation die größeren körperlichen und mentalen Reserven und spielte konsequent weiter, wohingegen wir mit der ein oder anderen Unsicherheit den Satz am Ende doch deutlich verloren (19:25).
  
Es spielten: Mathias Komp, Mario Göbel, Axel Hulin, Marc Dormann, Martin Schwarz, Stefan Matern
Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 26. November 2010 um 09:30 Uhr  
Seite bookmarkenHomepage bookmarkenAls Startseite festlegenDiese Seite teilenVersendenKontaktieren Sie uns
Zum Seitenanfang