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Volleyball: Landesliga

TuS: Und plötzlich kommt das große Grübeln

29.10.2012 | 16:16 Uhr2012-10-29T16:16:00+0100
TuS: Und plötzlich kommt das große Grübeln
Mit bangem Blick verfolgen Svenja Klaner (links) und  Inga Ragutt das Geschehen auf der anderen Netzseite.Foto:Svenja Hanusch

Hattingen. TuS Hattingen - RC Sorpesee III 2:3

Verrückt: Die Landesliga-Volleyballerinnen des TuS Hattingen gewannen im Spiel gegen den SC Sorpesee in der Gesamtaddition 14 Punkte mehr als der Gegner aus dem Sauerland – doch das Spiel ging in der Halle an der Marxstraße letztlich mit 2:3 (23:25, 25:14, 25:16, 23:25, 13:15) verloren, weil die Punkte schlecht verteilt waren.

Woran lag es? Haben sich die Hattingerinnen zu sicher gefühlt, nachdem sie gleich von Beginn an stark aufspielten und auch sofort deutlich in Führung gingen? Mag sein. Doch Team-Sprecher Detlev Zagermann hatte schon zeitig gewarnt. „Denkt an die deutschen Fußballer“, rief er der Mannschaft zu. „Die haben gegen Schweden auch schon mit 4:0 geführt und am Ende nicht gewonnen.“ Allerdings gab später auch Zagermann zu, dass es ihm mit der Warnung nicht ganz ernst gewesen sei. Zwar wurde der erste Satz mit 23:25 verloren, doch in den Durchgängen zwei und drei dominierten die Hattingerinnen fast nach Belieben. Mit 25:14 und 25:16 gewannen sie diese Sätze – es sah also alles nach einem zeitigen Feierabend aus.

Aber es kam anders. Ganz anders. Das junge Team aus dem Sauerland – die Spielerin auf der Libero-Position war gerade 13 Jahre alt –, hielt mit seiner großen Tugend dagegen – nämlich mit seiner Unbekümmertheit. Sorpesee spielte einfach weiter, kam immer besser in die Partie und drehte sie am Ende sogar noch. „Die Mädchen aus Sorpesee haben einfach das gespielt, was sie konnten“, so Zagermann. „Sie haben sich auch nicht verrückt machen lassen, wenn sie einmal hinten gelegen haben. Und so sind wir nie dazu gekommen, unsere Erfahrung auszuspielen.“

Auch im vierten Satz lagen die Hattingerinnen noch einmal vorne, doch Sorpesee kam wieder heran. Punkt um Punkt. Und so brachten auch in diesem Satz die letzten Bälle die Entscheidung. „So ist das nun einmal heutzutage im Volleyball“, sagte Zagermann, der es dann auf den Punkt brachte. „Die ersten 20 Punkte interessieren im Prinzip nicht. Man kann immer einen klaren Rückstand aufholen oder eine deutliche Führung verspielen. Erst ab 20 wird es richtig interessant. Denn dann setzt das Grübeln ein, dann kommt das große Flattern. So war es auf jeden Fall bei uns. Sorpesee hat es locker zu Ende gespielt und den Ball bei unseren Angriffen in der Luft gehalten. Und darum geht es im Volleyball.“

Sätze:23:25, 25:14, 25:16, 23:25, 13:15.
TuS: S. Klaner, A. Klaner, Anna Laura Timmer, Luisa Timmer, Ragutt, Bednarek, A. Zagermann, Körthe, Roszewicz, Scharsiepen, Graf.

Heiner Wilms

 
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