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Volleyball ist ihr Ding

07.11.2012 | 17:51 Uhr2012-11-07T17:51:00+0100
Volleyball ist ihr Ding
Nadine Roszewicz führt das Team des TuS Hattingen im zweiten Jahr an und gehört mit 26 zu den Älteren.Foto: Svenja Hanusch

Hattingen. 26 Jahre jung ist sie. Aber dennoch, so sagt Nadine Roszewicz, gehöre sie schon zu den Älteren im Team. Und als gestandene Spielerin hat sich sich dann entschlossen, Verantwortung zu übernehmen. Nadine Roszewicz ist die Spielführerin des Volleyball-Landesliga-Teams des TuS Hattingen.



In der zweiten Saison füllt sie diesen nicht immer ganz leichten Job aus. Nadine Roszewicz wurde Nachfolgerin von Lisa Zagermann, die wegen einer Knieverletzung ihre Karriere beenden musste. Über die Familie Zagermann ist sie auch zum Volleyball gekommen. „Ich war in einer Klasse mit Anna Zagermann“, sagt Nadine Roszewicz. „Und Anna hat mich dann irgendwann einmal gefragt, ob ich nicht mit zum Volleyball kommen wolle. Die körperlichen Voraussetzungen waren ja da, denn ich war mit meinen 14 Jahren schon sehr groß.“

Marsch durch die Ligen

Also stieg sie ein. Nicht wie viele andere aus dem Team in der Volleyball-AG am Schulzentrum Holthausen, sondern gleich beim TuS Hattingen. Zunächst wurde sie, mangels Erfahrung, in die Anfängergruppe eingeteilt, doch schon bald spielte sie in der Jugend-Mannschaft und schaffte dann auch den Sprung in das Damen-Team. Schnell hat sie gemerkt, dass Volleyball ihr Ding war. Früher hatte sie auch Badminton und Basketball gespielt, doch da hielt sich die Begeisterung in Grenzen.

Mit dem TuS startete sie dann zum Marsch durch die Ligen, der erst an der Schwelle zur Oberliga endete. Dass es mit dem Aufstieg damals nicht klappte, trug sie mit Fassung. „Ich war ja noch sehr jung“, sagt sie. „Da war ich noch recht unbekümmert. Ich denke, die älteren Spielerinnen haben sich das damals mehr zu Herzen genommen.“

Kontaktperson für Schiedsrichter

Die Zeiten haben sich geändert. Inzwischen ist Nadine Roszewicz, die als Projekt-Managerin arbeitet und nebenher noch studiert, eine Führungsspielerin auf dem Feld. Sie übernimmt gerne Verantwortung, und sie versucht zu motivieren. Das sei natürlich ein bisschen schwierig, wenn sie selbst einmal nicht ihre Leistung bringen könne, sagt sie. Doch da müsse sie dann halt durch. „Man kann sich nicht hängen lassen. Auch wenn einem manchmal danach ist.“

Als Spielführerin kümmert sie sich nicht nur um ihr Team, sie ist auch Ansprechpartnerin für die Schiedsrichter. Bei umstrittenen Entscheidungen etwa nimmt sie Kontakt mit den Unparteiischen auf. Auch das ist nicht immer ganz einfach. „Es gibt Schiedsrichter, mit denn man reden kann, und es gibt welche, die ziehen ihre Linie rigoros durch“, sagt die Mittelangreiferin, die dann auch für Ruhe auf dem Feld zu sorgen hat. Auch wenn es ihr schwer fällt, denn eigentlich ist sie doch recht temperamentvoll.

Nadine Roszewicz lebt in einer sportlichen Beziehung. Ihr Freund, Victor Schönenborn, spielt beim TuS Hattingen Handball. Wenn es eben geht, dann schaut sie sich auch diese Spiele an. Auf der anderen Seite darf sie aber auch bei eigenen Einsätzen auf die Unterstützung ihres Lebensgefährten setzen. Volleyball will sie spielen, so lange es ihr Spaß macht. Und im Augenblick macht es noch großen Spaß. Problematisch könne allenfalls irgendwann einmal werden, Sport, Beruf und Privatleben miteinander zu vereinbaren. Und natürlich müsse der Köper mitspielen. Aber das tut er. „Ich bin zum Glück von Verletzungen verschont geblieben“, sagt Nadine Roszewicz – und schiebt dann nach: „Im Augenblick zwickt das Knie. Aber nur ein bisschen.“

Heiner Wilms

 
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