Start 1. Damen Relegation zur Bezirksliga

Relegation zur Bezirksliga

„Jetzt erst recht“ - Mit diesen Worten beginnt ein Spielbericht vom 01.10.2011. Wir waren unglücklich aus der Kreisliga abgestiegen. Von der Mannschaft, die vor sechs Jahren seinerzeit als 4. Damen gegen die damalige 3. Damen mit 3:0 gewann, gehören Melanie, Ludmilla, Hannah, Frauke, Katharina und Laura immer noch zu den Stützen dieser Mannschaft. Wir sind zusammen viermal auf- und zweimal abgestiegen, haben nein gesagt, wenn man uns als „Ersatzteillager“ plündern wollte. In Momenten, in andere Mannschaften auseinanderfallen und jeder seine eigenen Wege geht, sind wir immer näher zusammengerückt – mit allen Vor- und Nachteilen, die Nähe mit sich bringt. Wir haben vor null Zuschauern gespielt und waren begeistert als zwei kamen. Wir wissen, wie blöd das ist, wenn der Ball mit einem macht, was er will. Wir wissen, wie bitter es ist, zu verlieren und haben Respekt vor jedem, der immer wieder alles gibt, um dies zu verhindern. Und wir ziehen den Hut, vor jemandem, der in einer entscheidenden Phase sportliche Fairness zeigt, und einen Touche zugibt, wie es der TuS Iserlohn im 3. Satz tat. Chapeau!

TuS Hattingen II – TuS Iserlohn 3:1 (25:18, 17:25, 25:22, 25:17)

Etwa 150 Zuschauer am 01.Mai-Wochenende, dazu profimäßige Sounduntermalung von DJ Lippe, aka Kiffert, sorgten für eine Atmosphäre, bei der selbst die Gänsehaut noch eine Gänsehaut bekam und an die wir uns alle sicherlich noch lange erinnern werden. Dass man mit derartig verschrumpelten Finger kaum gut Volleyball spielen kann, zeigte sich dann jedoch leider auch im Laufe des Abends das eine oder andere Mal. Beide Mannschaften waren sehr nervös, doch wir bekamen unsere Nerven schneller in den Griff. Ein paar ordentliche Angriffe mehr, ein paar leichte Fehler weniger, der 1. Satz fiel uns etwas in den Schoss.

Dass das so nicht so weitergehen würde, war uns auch klar. Schon zu Beginn des Satzes greift Iserlohn über die Außenpositionen viel gefährlicher an. Wir nehmen früh bei 3:4 eine Auszeit, um Block- und Feldabwehr anzupassen. Doch bevor die Veränderungen greifen können, machen wir die Fehler in den anderen Spielelementen, v.a im Zuspiel und Angriff sind wir nicht entschlossen genug. „Das ist zu wenig“ - so das Fazit am Ende eines zweiten Satzes, für den diesmal wiederum der Gegner nicht allzu viel machen musste.

Nach zwei eher einseitigen Sätzen geht es im 3. Satz hin und her. Vero hat es schwer gegen die hochgewachsenen jungen Mädchen aus Iserlohn, weshalb wir es mit Ronja auf der Außenposition versuchen. Mit ihrer ganz eigenen Volleyball-Philosophie: lachen, schlagen, jubeln, lachen – sorgt sie dafür, dass wir über die Außenpositionen gefährlich bleiben. Zur Not auch mit einem 8m-Anlauf vom eigenen Aufschlag bis ans Netz. Mitte des 3. Satzes kommt es bei einer ansonsten souveränen Schiedsrichterleistungen zu nicht immer nachvollziehbaren Entscheidungen. Am Ende dieser Phase liegen wir mit 17:19 hinten, als der Trainer des TuS Iserlohn den besagten Touche zugibt. Bereits bei 17:17 war Alina für Melanie ins Spiel gekommen und behält trotz ihrer Jugend die Übersicht. Zunächst platziert sie einen Ball auf die Linie, dann findet sie im Aufschlag die richtige Mischung aus Druck und Sicherheit. Angetrieben von unserer Jüngsten, läuft auch der Rest gleich besser. Für mich nun die beste Phase des Spiels von Freitag, in die wir uns in einen kleinen Rausch spielen und den Satz von 17:19 auf 25:22 drehen.

Im 4. Satz greift nun endgültig auch die Block-Feldabwehr-Umstellung von Anfang des 2. Satzes. Caro greift mehrfach im Block zu, auf der Position V steht Frauke bombensicher und als die gegnerischen Außenangreiferinnen die angebotene Lücke nutzen wollen, segeln die Bälle ins Aus. Schnell ist eine beruhigende Führung heraus gespielt. Zwischenzeitlich stellen unsere Damen die Zuschauer noch mal auf die eine oder andere Nervenprobe, aber wenn es darauf ankommt, sind wir dann doch da: Frauke mit platzierten Angriffen, Hannah und Caro mit schönen Bällen hinter der Zuspielerin, oder Melanie mit klug gelegten Bällen sorgen dafür, dass wir unseren Vorsprung ins Ziel bringen können.

Über das ganze Spiel gesehen, sind wir heute im Angriff öfters von einer Verlegenheit in die nächste gestolpert, aber Annahme und Abwehr haben uns heute das Spiel gerettet.

Ein riesiger Dank an Martin und Mel für die Sound-Unterstützung, an die vielen tollen Zuschauer und v.a Franziska und die netten Mädels vom TuS Linscheid-Heedfeld, die am späten Freitag Abend sogar aus Schalksmühle angereist sind, um uns anzufeuern.

 

TV Germania Kaiserau – TuS Hattingen II 1:3 (15:25, 19:25, 25:17, 21:25)

17 Jahre TuS-Herren und selbst die einfachsten Sachen werden nicht gelernt: Nur auf ein (!) Bier in die Altstadt zu gehen, hat noch nie geklappt. Ein paar Stunden Schlaf später sitzt man im Auto nach Kamen und die Nervosität ist der Müdigkeit gewichen. „Gibt es hier Kaffee?“ ist wichtiger als Handgelenk der gegnerischen Mittelangreifer und während wir am Freitag 2h vor Spielbeginn in der Halle waren, ist Samstag dann urplötzlich Anpfiff. Mit zwei Änderungen gehen wir ins Spiel. Feli rückt für Caro auf die Diagonalposition, Vero beginnt wieder an Stelle von Ronja auf Außen.

Es ist vermutlich unser Vorteil, dass wir die Situation schon vom Vorabend kennen. Rotzfrech und cool legen wir so engagiert los wie die freiwillige Feuerwehr am Bierstand. Nach wenigen Minuten haben wir eine 13:5-Führung heraus gespielt. All das, was am Vortag nicht so recht gelingen wollte, fällt nun leicht. Vor allem Vero kommt deutlich besser zurecht und macht im Angriff Punkt um Punkt. Nach nur 18 Minuten ist der 1. Satz mit 25:15 im Sack. Zweiter Satz gleiches Spiel, wir diktieren das Geschehen, die gegnerischen Zuschauer sind längst stiller als die etwa 20-köpfige Schar, die aus Hattingen mitgekommen ist. Auch wenn Kaiserau allmählich stärker wird, ist der 2. Satz mit 25:19 zu keiner Zeit gefährdet. Im Vergleich zu Freitag spielen wir eine Klasse besser.

Doch jeder Satz beginnt wieder bei null, gibt dem Gegner die Chance, seine Taktik anzupassen. Wir setzen mit Caro für Vero neue Akzente und Caro hat auch einige gute Aktionen, doch die Annahme wackelt, da die TV Germania wesentlich mehr Risiko wählt. Kaiserau greift zudem fast nur noch über eine einzige Spielerin an, die wir lange Zeit nicht in den Griff kriegen. Am Ende schöpft der Gastgeber nach einem 25:17-Satzgewinnn plötzlich wieder neue Hoffnung.

Also noch ein Satz. Nochmal konzentrieren und keinen Fehler machen, sonst findet man sich plötzlich im Tie-Break wieder. Genau das schleicht sich in die Köpfe. Wir verlieren allmählich die Selbstsicherheit und damit die Kontrolle über das Spiel. Zaghafte Angriffe und gelähmte Beine, wir machen es dem Gegner leicht. Bei 13:17 sind wir plötzlich in einer Situation, die man eigentlich vermeiden will. Die Spielerinnen wollen die schnelle Entscheidung im Angriff suchen, doch wir müssen vor allem in der eigenen Abwehr mehr arbeiten und im Angriff geduldig sein. Rechtzeitig können wir den Schalter umlegen, kämpfen uns Punkt um Punkt heran. Plötzlich Matchball. Der Ball geht mehrfach hin und her. Mareike wirft sich mit allem unter einen Angriff der gegnerischen Diagonalangreiferin, Hannah drückt den Ball ins gegnerische Feld und zwingt den Gegner zum Fehler. Ein Jahr gearbeitet, Ziel erreicht.

Sich feiern dürfen: Veronique van Engeland, Ludmilla Ehrlich, Frauke Kamps, Mareike Zwilling, Stephanie Morlock, Ronja Weidemann, Merve Mutlu, Caroline Jaschke, Alina Grunwald, Hannah Kamps, Laura Weidemann, Katharina Scheffler, Felicitas Fischer, Melanie Leitloff.

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 01. Mai 2017 um 13:37 Uhr  
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